Till Zipprich
Tja, vorstellen soll ich mich also. Dabei weiß ich gar nicht so recht, was ich groß sagen soll. Mit jahrzehntelanger Berufserfahrung kann ich zum Beispiel nicht glänzen, vor wenigen Jahren habe ich gerade mal die Schule abgeschlossen. Und noch nicht mal das wirklich mit nachhaltigem Erfolg, denn tags darauf kam der Hausmeister und schloss sie wieder auf.
Aber gut, versuchen wir es mal chronologisch. Mein Name ist Till Zipprich, ich bin 2004 geboren, in Aschaffenburg. Das Radio begann schon sehr früh in meinem Leben eine wichtige Rolle zu spielen, nämlich ab jenem schicksalhaften Tag, an dem mir meine Mutter den Schnuller abgewöhnen wollte und mir gewissermaßen als Trost ein kleines Radio buchstäblich in die Wiege legte. Es folgten intensiver Konsum der örtlichen Radioprogramme, wildes Umherwedeln mit immer größeren Antennen, die Produktion eigener Radiosendungen auf Kassetten, die hoffentlich niemand je finden wird und immer mehr der Traum, irgendwann einmal auf der anderen Seite des Signalwegs zu sitzen. Mit der Zeit entwickelten sich dann immer mehr Kontakte zu Menschen, die dieselbe Faszination teilen. In WhatsApp-Gruppen, Internetforen und dann auch immer mehr im Realen. Einige der Menschen, mit denen ich mich nun rühmen darf, auf einer Teamseite zu stehen, habe ich so bereits vor einiger Zeit kennengelernt.
Gleichzeitig wurde der Wunsch, selbst Radio zu machen, immer größer. Seit April 2024 kann ich ihn mir regelmäßig erfüllen, beim Internetradio Ohrfunk.de. Die Arbeit dort macht mir viel Freude. Ebenfalls 2024 machte ich mich dann auf, die Eifeler Radiotage zu besuchen. Einfach so, ganz spontan. Die Warmherzig- und Selbstverständlichkeit, mit der mich diese einmalige Truppe dort im Bunker aufnahm, berührt mich heute noch sehr, wenn ich gerade wieder so darüber nachdenke. Es waren wunderbare Tage voller großartiger Begegnungen und mit einer Art von Radio, wie ich es selbst eigentlich schon kaum mehr live miterleben durfte. Hier fühlte ich mich goldrichtig aufgehoben und so sagte ich am letzten Abend, ich wolle gern wiederkommen. Und die Reaktion darauf: „Ja, aber dann bringst Du als Eintrittskarte eine eigene Sendung mit“. Tja, und das haben sie jetzt davon. Da bin ich, und so schnell wird man mich auch nicht mehr los.
Und was mache ich so, wenn ich mal gerade nicht in irgendeiner Form mit Radio beschäftigt bin? Eigentlich dasselbe wie in meinen Sendungen. Ich plaudere vor mich hin, mache Musik aus einer Zeit an, die teilweise noch nicht einmal meine Eltern miterlebt haben und produziere am laufenden Band Wortspiele, dass Gott erbarm. Anders ist eigentlich bloß, dass die, die das alles abbekommen, in diesem Fall nicht Radiohörer, sondern Kommilitonen genannt werden. Ich studiere nämlich, Germanistik und Geschichte in Marburg, wo ich seit 2015 lebe.“